Es gibt Momente, in denen das Leben einen mit einer Pointe versorgt, für die man sich als Autor eigentlich schämen müsste, weil sie zu gut ist.
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Diese Woche sah ich den britischen Premierminister im Fernsehen, wie er ein Social-Media-Verbot für alle unter sechzehn ankündigte. Und ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass das gar nicht so verkehrt klingt. Soziale Medien gehören aus meiner Sicht ohnehin auf den Prüfstand, und ein Regierungschef, der das offen ausspricht, hat bei mir erstmal einen Stein im Brett. Dann las ich nach, wie die Briten ihre digitale Welt insgesamt neu ordnen, und der Stein bekam Risse.
Fast hätte ich es übersehen, denn die Zeit verging so schnell, was übrigens eine dieser Standardfloskeln ist, die jeder Mensch ab 40 verwendet, als hätte er gerade das Geheimnis des Universums entdeckt. Aber es stimmt: Diesen Blog gibt es jetzt seit 10 Jahren. Das sind über 500 Artikel, alle aus meiner Feder. Eigentlich müsste ich ja "aus meiner Tastatur" schreiben, aber das klingt weniger poetisch.
Da bin ich also fünfzig geworden. Fünfzig, endlich mal eine vernünftige Zahl. Nichts von diesem Kindergeburtstag wie mit dreißig oder vierzig. Etwas Handfestes. Ein halbes Jahrhundert, ausgeschrieben klingt das beinahe nach einer geologischen Maßeinheit.
Fünf Uhr fünfzehn. Der Wecker meldet sich in einem schicken AirBnB in Alicante, und für einen kurzen, unwürdigen Moment frage ich mich, wofür ich das eigentlich mache. Dann fällt es mir wieder ein: Touristen. Genauer gesagt, deren Abwesenheit.
Als ich vor dreizehn Jahren das erste Mal für ein Shooting nach Ibiza flog, hatte ich null Ahnung von der Insel. Klar, Party-Hotspot, Hippies, teures Pflaster. Die üblichen Klischees halt. Für die Location-Suche hatte ich deshalb eine professionelle Scoutin gebucht, ein Tipp von einem holländischen Kollegen. "Was stellst Du Dir denn vor?", fragte sie in der Vorbereitung. Ich hatte da so eine fixe Idee mit einem großen Baum…
Da steht sie also. Das nächste fremde Gesicht. Sie streckt mir die Hand entgegen, während ihr Blick den Raum scannt. In genau 180 Minuten, dem Ticken meiner mentalen Stoppuhr nach zu urteilen, soll zwischen uns etwas entstehen, das man nicht kaufen kann: eine kreative Verbindung, die außergewöhnliche Bilder hervorbringt.
Es gibt diese Momente beim Fotografieren, die mich immer wieder begeistern: Wunderschöne Natur trifft auf weibliche Schönheit, und plötzlich entsteht eine zauberhafte Verbindung. Vor allem bei meinen Shootings auf Ibiza liebe ich es, wenn die mediterranen Wildpflanzen für zusätzliche Textur im Bild sorgen. Es gibt dort so tolle, wilde Blumenwiesen! Doch manchmal verstecken sich hinter romantischen Namen wie "Wilde Möhre" auch unerwartete Eigenschaften.
Die Geschichte klingt fast zu absurd, um wahr zu sein: Eine Dame der feinen viktorianischen Gesellschaft soll 1866 beim Anblick eines entblößten Knöchels in Ohnmacht gefallen sein. Nun ja, vermutlich eine dieser zeitgenössischen Übertreibungen, aber sie erzählt uns etwas Faszinierendes über die Macht kultureller Tabus.
Es ist Anfang Mai, und während andere Leute gerade erst anfangen, über ihren Sommerurlaub nachzudenken, bin ich mit meinem Kalender 2027 so gut wie durch. Die trüben Monate hatten ja auch irgendeinen Sinn gebraucht.
500 Likes für das neue Bild, siebzehn Herzchen-Emojis in den Kommentaren und dann — bäm! — dieser eine Kommentar: "Finde ich nicht so gelungen." Fünf Wörter, die die Party ruinieren. Kennen Sie das? Ich jedenfalls kenne es zur Genüge.
Manchmal zündet man ein kreatives Feuer an und verbrennt sich dabei die Finger. Oder in diesem Fall: die Wimpern.
Irgendwo auf meiner Festplatte schlummert ein Ordner mit dem Arbeitstitel "Girls-and-Cars". Der Name ist so offensichtlich provisorisch, dass ich ihn damals bewusst gewählt habe, um mich nicht zu früh festzulegen. Das war 2020. Ich recherchierte Fahrzeuge der Siebziger, diese kantigen Charakterköpfe mit Chromstoßstangen und Persönlichkeit. Dazu die Achtziger, deren Designer offenbar beschlossen hatten, dass Ecken unterschätzt seien. Ich suchte nach Locations, nach Besitzern, die ihre Schätze nicht nur in Garagen verstecken, sondern tatsächlich bewegen.
Es ist unglaublich. Ich wollte auf Instagram nach einem Model suchen, mit dem ich ein Shooting plane. Ihr Name — und jetzt kommt's — ist tatsächlich Lolita. Mit Reisepass und allem Drum und Dran. Was dann passierte, ist so absurd, dass ich es kaum glauben konnte: Instagram blockierte meine Suche noch vor dem Absenden.
Ein Aktfotograf, der seit der ersten Staffel GNTM schaut, kaum eine Episode verpasst hat und das Programm, wenn er ehrlich ist, sogar gerne sieht. Ich verstehe, wenn Sie jetzt kurz innehalten. Ich auch.
Manchmal vergesse ich, wie dumm Menschen sein können. Nicht im Sinne von intellektueller Unterlegenheit, sondern in der spektakulären Fähigkeit, die offensichtlichsten Zusammenhänge zu ignorieren.
Neulich beim Durchsehen meiner Behind-the-Scenes-Videos für Patreon fiel mir etwas auf, das mich seitdem beschäftigt. Ich habe mich zum ersten Mal wirklich selbst bei der Arbeit gesehen. Nicht nur das Ergebnis, sondern mich, wie ich fotografiere. Und ehrlich gesagt war ich ein bisschen erschrocken.
Flughafen Fuerteventua. Zwischen müden Touristen und Familien mit quengelnden Kindern steht sie — frisch aus Barcelona eingeflogen, das neue Gesicht für meine Inselserie. Groß, selbstbewusst, mit diesem Blick, der sofort Kamerabereitschaft signalisiert. Nach dem obligatorischen Smalltalk auf der Fahrt kommt der für sie vermutlich langweiligste, für mich aufschlussreichste Teil unserer Zusammenarbeit: der gemeinsame Einkauf.
Es war ein befreiendes Gefühl, muss ich sagen. X und Facebook von meinem Handy gelöscht. Einfach weg damit. Diese permanenten Ablenkungen, die sich anfühlen wie ein nervöser Tick, den man sich irgendwann angewöhnt hat.
Kennen Sie dieses Gefühl noch? Als Kind aus dem Kino zu taumeln, irgendwie benommen und berauscht, mit einem Kopf voller magischer Bilder und dem untrüglichen Gefühl, gerade in einer anderen Welt gewesen zu sein? Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich Kinobesuche in meiner Kindheit regelrecht in einen Trancezustand versetzt haben. Nach dem Film brauchte ich immer etwas Zeit, um wieder in der Realität anzukommen.
Drei Jahre und sieben Monate. So lange war mein letztes Portrait von mir her. Ich habe das nicht selbst gezählt, das hat mir die Foto-Software verraten, als ich nach dem Bild suchte. Und ja, ich musste tatsächlich suchen.
Alle paar Monate gibt es diesen Moment, wenn ich meinen Art Shop neu bestücke. Ich sitze vor meinem Archiv, scrolle durch tausende Aufnahmen, und dann wird mir wieder bewusst: Ein gutes Foto ist nicht automatisch ein gutes Wandbild.
Eine faszinierende Überschrift, die mich nicht mehr loslässt, seit ich über die Beatles las. Stellen Sie sich vor: Ein einziger Tag im Studio und das komplette erste Album ist im Kasten. Pure Intuition, pures Gefühl — und ein Ergebnis, das Musikgeschichte schrieb.
Es ist kurz nach Mitternacht und ich sitze mit dem MacBook im Bett. Klingt nach einem dieser Momente, wo man sich selbst beim Denken zusieht, oder? Dabei bin ich eigentlich kein Typ für nächtliche Grübeleien. Aber manchmal, da muss es raus. Dieses diffuse Gefühl, dass mir die Welt gerade zwischen den Fingern hindurchrutscht. Als würde jemand die Abspielgeschwindigkeit auf 1,5x gestellt haben, während ich noch versuche, bei normaler Geschwindigkeit mitzukommen.
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