Sie kennen das vielleicht nicht: Da investiert man Jahre in seine künstlerische Vision, feilt an Bildsprache und Ästhetik und dann kommt ein Algorithmus daher und stempelt die eigene Website als pornografisch ab. Willkommen in meiner Welt.
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Reisen ist schon immer eine Sehnsucht gewesen. Im Schloss in Schwetzingen gibt es ein Bauwerk, es ist ein langer Schattengang und dahinter blickt man ans "Ende der Welt". Als Kind fand ich diese Installation besonders. Sie hatte etwas Verlockendes, etwas, das mich in die Ferne zog. Weg von der Enge des Alltags, hin zu neuen Horizonten.
Neulich schaute ich in den Spiegel und erschrak furchtbar. Nicht etwa, weil ich besonders schlimm aussah — nein, weil ich völlig normal aussah. Keine makellose Haut wie aus Porzellan. Keine Augen, die wie handpolierte Murmeln glänzten. Und sogar ein paar Fältchen, die davon zeugten, dass ich in meinem Leben schon das eine oder andere Mal gelacht hatte.
Wir Fotografen sind doch alle irgendwie eitel, oder? Ach, ich glaube, der Mensch allgemein sehnt sich nach Anerkennung. Nach dem Gesehen werden. Und so freue ich mich immer, wenn es in einem Magazin eine Veröffentlichung von mir gibt oder meine Bilder sonst irgendwo auftauchen.
Als Fotograf erlebt man so einiges vor der Linse. Doch der neueste Posing-Trend bringt selbst erfahrene Profis an ihre Grenzen. Eine Geschichte über gestreckte Hälse, dominante Kinne und die ewige Suche nach dem perfekten Shot.
Am Montag saß ich wieder einmal vor meinem Computer und führte einen epischen Kampf mit der künstlichen Intelligenz von Adobe. Sie kennen das bestimmt: Man will nur schnell ein Foto für den Blog bearbeiten, aber die KI hat entschieden, dass sie heute den Blockwart spielen möchte.
Als Aktfotograf kenne ich mich mit Zensur aus. Nicht etwa durch totalitäre Staaten oder ferne Regime — nein, mit Zensur mitten in der vermeintlich freien westlichen Welt. In jenem Westen, dem man gerne nachsagt, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein.
Es gibt diesen magischen Moment zwischen Paris und Frankfurt im TGV, wenn die Champagne vorbeizieht wie ein impressionistisches Gemälde. 320 Stundenkilometer pure Inspiration. Während andere Passagiere Netflix schauen oder in ihre Laptops starren, entstehen in meinem Kopf die Bilder von morgen. Nicht etwa technische Details oder simple Posen. Es ist etwas anderes.
Garagen-Verkauf? Nun ja, nicht so ganz. Dessous-Schrank-Verkauf klingt allerdings auch etwas merkwürdig. Aber irgendwie musste ich das Kind ja nennen. Das, was da in den letzten Tagen vor sich ging…
In der Fotografie-Szene gibt es sie häufiger als Samtboxen bei Hochzeitsfotografen: Die selbsternannten Meister, die ihre Arbeit für unbezahlbar halten, aber selbst lieber mit "Exposure" als mit Euro bezahlen.
Und da stand ich wieder mit der Kamera im Schrebergarten. Das Model saß auf diesem weißen Plastikstuhl, Sie wissen schon, diesem einen, der überall ist. Während ich durch den Sucher schaute, hatte ich eine dieser Erkenntnisse, die einen kurz innehalten lassen: Dieser Stuhl verfolgt mich. Er ist immer da. Auf jedem Balkon in Mallorca, in jeder Kleingartenparzelle von München-Moosach, vor vielen Cafés in Marseille.
Neulich saß ich beim Friseur. Einem neuen, der nur drei Minuten von mir entfernt ist. Er schneidet gut, keine Frage. Aber während ich da so sitze und in den Spiegel starre und er konzentriert meine Haare bearbeitet, beschleicht mich dieses seltsame Gefühl: Ich weiß einfach nicht, was ich mit ihm reden soll. Die Stille zwischen uns fühlt sich an wie eine zu lange Pause in einem schlecht geschriebenen Theaterstück. Wir sprechen höflich miteinander, über das Wetter, über den Kiosk nebenan. Aber es fühlt sich an wie ein Tanz, bei dem beide Partner unterschiedliche Musik hören.
In der zeitgenössischen Kunst- und Fotografieszene erleben wir einen regelrechten Kult um Minimalismus und schnelle Produktion. Während unsere Großeltern noch Familienfotos wie Staatsschätze hüteten, füttern wir heute unsere Social-Media-Profile mit Bildern schneller als einen hungrigen Teenager. "Quick Content" ist der neue Goldesel.
Was Großmutter noch als Charakterschwäche abtat, entpuppt sich heute als besondere Gabe: Sensibilität. Ich nehme Sie mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt der geschärften Sinne und zeige, warum wir dringend aufhören sollten, "Sensibelchen" als Schimpfwort zu verwenden.
Während ich hier sitze und an meiner Website herumbastele, wird mir bewusst: Vieles von dem, was ich im Hintergrund verbessere, fällt auf den ersten Blick gar nicht auf. Dabei passiert ständig etwas Neues! Höchste Zeit für ein kleines Update.
Kürzlich, beim abendlichen Streifzug durch die TV-Landschaft, blieb ich bei "First Dates" hängen — einer Sendung, die wie keine zweite den Zauber des ersten Augenblicks zelebriert. Amüsiert beobachtete ich, wie die Protagonisten, nach ihren ersten Eindrücken befragt, wie in einem wohlorchestrierten Ballett immer wieder denselben Tanz aufführen: "Diese Augen..."
Neulich beim Shooting fragte mich ein Model, ob ich wisse, was Male Gaze bedeutet. Natürlich wusste ich das nicht. Ich bin ja nur seit zwanzig Jahren Fotograf. Aber offenbar hat sich in den letzten Jahren eine ganz eigene Sprache entwickelt, um die Ungerechtigkeit der Welt zu beschreiben. Hier also ein kleiner Wegweiser durch den Dschungel der modernen Begrifflichkeiten (schön international).
Ein gewöhnlicher Abend im Crazy Horse? Von wegen! Da sitze ich also in der ersten Reihe des legendären Pariser Cabarets und beobachte die Tänzerinnen, die auf einem Laufband an mir vorbeischweben. Als Fotograf achte ich natürlich auf Details. Und plötzlich fällt mir etwas ins Auge, das mich stutzig macht.
Neulich saß ich mit Alina beim Fotoshooting, als sie mir eine Geschichte erzählte, die so bizarr ist, dass sie nur aus dem Internet stammen kann. Dort, wo Menschen tagein, tagaus versuchen, die Grenzen des guten Geschmacks neu zu definieren.
Lassen Sie mich von meiner jüngsten digitalen Tragikomödie berichten. Meine Website — mein digitales Aushängeschild, mein virtuelles Ich — fing plötzlich an, sich wie ein störrischer Teenager zu verhalten. "HTTP/2 error server refused stream", flüsterte sie mir zu. Was für ein melodramatischer Abgang für meine Bilder.
Der Buchhandel erlebt derzeit eine bemerkenswerte Transformation. Allerdings nicht zum Besseren. Während soziale Medien von bearbeiteten Körperbildern überquellen, verschwinden kunstvolle Aktfotografie-Bildbände still und leise aus den Regalen.
Beim Betrachten von Filtern und makellos retuschierten Instagram-Feeds stelle ich mir die Frage: Warum fühlen wir uns oft mehr von den kleinen Fehlern, den unerwarteten Momenten und den unperfekten Bildern angezogen? Das Thema verfolgt mich schon eine ganze Weile und ich frage mich, warum ich Unperfektheit eigentlich besser finde.
Natürlich, die sozialen Medien verbinden uns alle irgendwie. Ein Herz hier, ein Kommentar da, manchmal sogar eine längere Nachricht. Aber kennen Sie das? Dieses leise Gefühl, dass zwischen all den Klicks und Likes etwas verloren geht? Die echte Begegnung, das direkte Gespräch, das gemeinsame Lachen über eine Geschichte, die man eigentlich gar nicht digital erzählen kann?
Letzte Nacht, irgendwo zwischen Traum und Wachsein, kritzelte ich einen Gedanken für einen Blog-Artikel auf einen Zettel: "Der Berg wartet nicht auf den Bergsteiger." Was mein schlaftrunkenes Gehirn mir da servierte, brachte mich heute Morgen zum Schmunzeln. Und zum Nachdenken über die Vergänglichkeit in meinem Beruf.
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