Alle paar Monate gibt es diesen Moment, wenn ich meinen Art Shop neu bestücke. Ich sitze vor meinem Archiv, scrolle durch tausende Aufnahmen, und dann wird mir wieder bewusst: Ein gutes Foto ist nicht automatisch ein gutes Wandbild.
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Eine faszinierende Überschrift, die mich nicht mehr loslässt, seit ich über die Beatles las. Stellen Sie sich vor: Ein einziger Tag im Studio und das komplette erste Album ist im Kasten. Pure Intuition, pures Gefühl — und ein Ergebnis, das Musikgeschichte schrieb.
Es ist kurz nach Mitternacht und ich sitze mit dem MacBook im Bett. Klingt nach einem dieser Momente, wo man sich selbst beim Denken zusieht, oder? Dabei bin ich eigentlich kein Typ für nächtliche Grübeleien. Aber manchmal, da muss es raus. Dieses diffuse Gefühl, dass mir die Welt gerade zwischen den Fingern hindurchrutscht. Als würde jemand die Abspielgeschwindigkeit auf 1,5x gestellt haben, während ich noch versuche, bei normaler Geschwindigkeit mitzukommen.
Internationale Ausgaben von Vogue und Elle stapelten sich auf meinem Schreibtisch. Stundenlang studierte ich die Bildstrecken, suchte nach dem Geheimnis ihrer Faszination. Was macht diese Fotos so magnetisch, so unwiderstehlich lebendig?
Die digitale Kommunikation hat ja durchaus ihre Tücken. Heute Morgen erreichte mich eine Nachricht von einem bekannten Model — wenn man das überhaupt als Nachricht bezeichnen kann. Ein einzelnes Emoji, diese kleine Figur mit erhobenem Arm, wie ein eifriger Schüler kurz vor dem Pausenklingeln. Der digitale Fingerzeig sollte wohl bedeuten: "Hier, ich will auch nach Ibiza!"
Ich hatte als Kind diese Wimmelbilder. Stundenlang konnte ich darin verschwinden, Details suchen, Geschichten zwischen den gezeichneten Figuren erfinden. Vielleicht hätte ich KI-Kompositionen lieben müssen. Tue ich aber nicht.
Neulich sagte meine Frau wieder diesen Satz, den sie gerne und oft wiederholt: "Such Dir mal ein Hobby." Ich musste schmunzeln, denn wie erklärt man jemandem, dass das gar nicht so einfach ist, wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat? Die Fotografie ist nicht nur mein Beruf, sie ist meine Passion, meine ständige Begleiterin, sozusagen meine zweite Ehefrau — wobei ich das vielleicht besser nicht so formulieren sollte.
Es ist mal wieder soweit. Ein neues Jahr hat begonnen, und so sitze ich da mit meinem Kaffee und scrolle durch meinen Kalender. Ein paar Shootings sind schon eingetragen. Februar: Teneriffa. Mai: vielleicht Paris. Aber dazwischen? Löcher. Große, weiße Löcher, die darauf warten, gefüllt zu werden.
Manchmal muss ich zweimal hinschauen, wenn ich realisiere, wie sich die Arbeit mit Models in den letzten Jahren verändert hat. Nicht etwa wegen neuer Kameratechnik oder ausgefeilter Beleuchtung, sondern wegen etwas viel Grundlegenderem: der Art, wie die jüngere Generation Beziehungen lebt und damit Geld verdient.
Manchmal passieren die merkwürdigsten Dinge, wenn man einfach nur dasitzt und in die Gegend starrt. So wie gestern, als ich in meinem Wohnzimmer hockte und dieses Bild an der Wand anstarrte. Nicht besonders aufmerksam, eher so nebenbei, wie man eben Dinge anschaut, die schon lange da hängen. Und plötzlich traf mich dieser Gedanke wie ein kleiner elektrischer Schlag: Ist das eigentlich wirklich meins?
Heute wird es persönlich. Fast nie erzähle ich solche Geschichten, aber dieses eine Shooting verdient eine Ausnahme. Es geht um Julene, die Frau mit dem Tattoo "Fighter" auf dem Hüftknochen.
Seit Tagen beschäftigt mich eine Nachricht. "Die Kontraste sind falsch", schreibt mir jemand. Einfach so. Vier Worte, die mich ins Grübeln bringen. Nicht weil ich an meiner Arbeit zweifle, sondern weil sie so viel aussagen über unser Verständnis von Kunst.
Petra hat Geburtstag. Ich habe ein schönes Foto von ihr, aufgenommen vor wenigen Wochen während unseres Shootings auf Fuerteventura. Sie trägt Unterwäsche, kniet auf einem Sofa, schaut zum Fenster. Kein Nippel, keine provokante Pose, nichts, was man nicht auch in jeder Parfümerie-Auslage oder an jedem Bahnhofskiosk sehen würde. Also poste ich das Bild auf Instagram mit dem Text "Happy Birthday" und denke mir dabei: nichts.
8 Uhr morgens. Nach zwei Tagen Fotoproduktion, steige ich in Ibiza in den Flieger nach Hause, freue mich auf meine Frau. Doch erstmal muss ich heulen. Es bricht einfach aus mir raus. Zum Glück habe ich die gesamte Sitzreihe für mich allein. Warum ich? Warum hört es nicht auf?
Sie wissen ja, wie das ist mit der Kunst. Eigentlich gehört sie allen. Zumindest war das stets meine bescheidene Überzeugung, als ich meine Bildbände in die Welt schickte. Limitiert zwar, aber nicht um künstliche Verknappung zu schaffen, sondern weil es sich einfach richtig anfühlte. Wie bei einem guten Gespräch — irgendwann ist es zu Ende, und genau das macht es wertvoll.
Heute stolperte ich über eine Studie, die mich als Fotograf besonders interessierte: Forscher haben untersucht, warum Männer unterschiedliche weibliche Körperregionen bevorzugen. Die einen sind Team Brüste, die anderen Team Po. Das soll biologisch programmiert sein — und das merke ich täglich in meiner Arbeit.
Zurück aus Fuerteventura, sitze ich am Schreibtisch und signiere die letzten Exemplare meines Mellow-Bildbands. Folie auf, durchblättern, Autogramm auf Seite 5, fertig.
Ich bin auf Social Media ein Geisterfahrer. Verbrachte dort nie viel Zeit, verstehe den Hype nicht wirklich. Bei Fotos anderer werde ich nur neidisch, fühle mich als Fotograf klein. Tun mir also nicht gut, die Plattformen.
Die EU hat beschlossen, dass wir künftig kennzeichnen müssen, wenn Bilder mit KI erstellt oder bearbeitet wurden. Ab August 2026 ist es dann so weit. Der EU AI Act will Transparenz schaffen, Täuschung verhindern, das Vertrauen in visuelle Medien zurückgewinnen. Klingt vernünftig, oder?
Ein Model mit Top-Figur, perfektem Make-up und einer Frisur von der Stange — diese Situation erlebe ich häufiger, als mir lieb ist. Dabei sind die Haare doch kein schmückendes Beiwerk, sondern der stärkste Verbündete vor der Kamera.
Ich weiß, dieser Artikel wird nicht jeden interessieren. Wer hier reine Fotografie erwartet, darf gerne weiterklicken. Aber in den letzten Wochen habe ich so viel an meiner Website herumgeschraubt, dass ich ein paar Gedanken dazu loswerden möchte. Nicht aus Selbstbeweihräucherung, sondern weil mich manche Fragen dazu immer wieder erreichen.
Die Mail landet wie ein Keulenschlag in meinem Postfach: "Ihre Bilder wurden auf einer russischen Website entdeckt." Natürlich ohne Genehmigung, ohne Credit, ohne jeglichen Respekt vor der kreativen Arbeit. Wieder einmal. Man könnte meinen, ich hätte mich längst daran gewöhnt, aber dieser digitale Vandalismus trifft mich jedes Mal aufs Neue.
Kürzlich blätterte ich durch meine Arbeiten der letzten Jahre und musste grinsen. Da war er wieder, dieser unverkennbare Stil in meinen Bildern. Wie ein roter Faden zieht er sich durch mein Portfolio, ohne dass ich je bewusst danach gesucht hätte. Manchmal bin ich selbst erstaunt, wie eindeutig meine Handschrift geworden ist. Vermutlich könnte ich meine Bilder nicht mal unter Pseudonym veröffentlichen, ohne sofort enttarnt zu werden.
Letztens am Frankfurter Flughafen. Eine Gruppe asiatischer Touristinnen fällt mir auf, ihre Gesichter so weiß wie ein Blatt Kopierpapier. Selbst für mich als chronisch hellhäutigen Menschen ein überraschender Anblick. Bei den Asiatinnen scheint es kein genetischer Zufall zu sein, sondern System mit absoluter Präzision.
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