Petra hat Geburtstag. Ich habe ein schönes Foto von ihr, aufgenommen vor wenigen Wochen während unseres Shootings auf Fuerteventura. Sie trägt Unterwäsche, kniet auf einem Sofa, schaut zum Fenster. Kein Nippel, keine provokante Pose, nichts, was man nicht auch in jeder Parfümerie-Auslage oder an jedem Bahnhofskiosk sehen würde. Also poste ich das Bild auf Instagram mit dem Text "Happy Birthday" und denke mir dabei: nichts.
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Gestern erwischte ich mich dabei, wie ich mit der Maus auf eine grüne Fläche klickte. Immer und immer wieder. Nicht etwa, weil ich einen neuen Bildbearbeitungs-Trend entdeckt hätte, sondern weil ich meiner Reaktionszeit auf den Grund gehen wollte. Das Ergebnis? Ernüchternd. 310 Millisekunden im Durchschnitt, Tendenz steigend.
8 Uhr morgens. Nach zwei Tagen Fotoproduktion, steige ich in Ibiza in den Flieger nach Hause, freue mich auf meine Frau. Doch erstmal muss ich heulen. Es bricht einfach aus mir raus. Zum Glück habe ich die gesamte Sitzreihe für mich allein. Warum ich? Warum hört es nicht auf?
Neulich habe ich zehn Minuten auf ein Bild gestarrt. Zehn Minuten, in denen ich jedes Detail seziert habe wie ein Pathologe bei der Obduktion: Die Baumreihen mit ihrer korrekten Herbstfärbung. Das verwitterte Schachbrett mit rissigen Fugen zwischen den Platten. Die warmgelben Laternen und ihre Lichtreflexe auf dem Schachbrett rechts. Dazu der extrem flache, schwarze Lamborghini Countach am linken Bildrand. Ich hätte nicht sagen können, ob es ein Foto oder KI war.
Sie wissen ja, wie das ist mit der Kunst. Eigentlich gehört sie allen. Zumindest war das stets meine bescheidene Überzeugung, als ich meine Bildbände in die Welt schickte. Limitiert zwar, aber nicht um künstliche Verknappung zu schaffen, sondern weil es sich einfach richtig anfühlte. Wie bei einem guten Gespräch — irgendwann ist es zu Ende, und genau das macht es wertvoll.
Heute stolperte ich über eine Studie, die mich als Fotograf besonders interessierte: Forscher haben untersucht, warum Männer unterschiedliche weibliche Körperregionen bevorzugen. Die einen sind Team Brüste, die anderen Team Po. Das soll biologisch programmiert sein — und das merke ich täglich in meiner Arbeit.
Es gibt diese Menschen, die irgendwann aufwachen und merken: Das hier ist nicht mein Leben. Bei Nausicaa Yami passierte das ausgerechnet während einer globalen Pandemie, als die Welt stillstand und sie plötzlich Zeit hatte nachzudenken. Acht Jahre lang hatte sie als Pastry Chef gearbeitet. Kuchendesignerin — ein ordentlicher Beruf, würden die Eltern sagen. Nur dass ein Lockdown dieses Kapitel schloss.
Zurück aus Fuerteventura, sitze ich am Schreibtisch und signiere die letzten Exemplare meines Mellow-Bildbands. Folie auf, durchblättern, Autogramm auf Seite 5, fertig.
Ich bin auf Social Media ein Geisterfahrer. Verbrachte dort nie viel Zeit, verstehe den Hype nicht wirklich. Bei Fotos anderer werde ich nur neidisch, fühle mich als Fotograf klein. Tun mir also nicht gut, die Plattformen.
Die EU hat beschlossen, dass wir künftig kennzeichnen müssen, wenn Bilder mit KI erstellt oder bearbeitet wurden. Ab August 2026 ist es dann so weit. Der EU AI Act will Transparenz schaffen, Täuschung verhindern, das Vertrauen in visuelle Medien zurückgewinnen. Klingt vernünftig, oder?
Ein Model mit Top-Figur, perfektem Make-up und einer Frisur von der Stange — diese Situation erlebe ich häufiger, als mir lieb ist. Dabei sind die Haare doch kein schmückendes Beiwerk, sondern der stärkste Verbündete vor der Kamera.
Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Gebens. In den letzten Jahren habe ich Ihnen immer ein Rezept für einen festlichen Drink geschenkt — kleine flüssige Freunde, die das Jahresende versüßen sollten. Dieses Jahr dachte ich mir: Wie wäre es mal mit etwas, das nicht zu Kopfschmerzen führt? (Zumindest nicht direkt.)
Ich weiß, dieser Artikel wird nicht jeden interessieren. Wer hier reine Fotografie erwartet, darf gerne weiterklicken. Aber in den letzten Wochen habe ich so viel an meiner Website herumgeschraubt, dass ich ein paar Gedanken dazu loswerden möchte. Nicht aus Selbstbeweihräucherung, sondern weil mich manche Fragen dazu immer wieder erreichen.
Die Mail landet wie ein Keulenschlag in meinem Postfach: "Ihre Bilder wurden auf einer russischen Website entdeckt." Natürlich ohne Genehmigung, ohne Credit, ohne jeglichen Respekt vor der kreativen Arbeit. Wieder einmal. Man könnte meinen, ich hätte mich längst daran gewöhnt, aber dieser digitale Vandalismus trifft mich jedes Mal aufs Neue.
Dieser Moment, wenn man das Programm öffnet, mit dem man seit 30 Jahren arbeitet, und sich fragt: Was haben die jetzt schon wieder angestellt?
Kürzlich blätterte ich durch meine Arbeiten der letzten Jahre und musste grinsen. Da war er wieder, dieser unverkennbare Stil in meinen Bildern. Wie ein roter Faden zieht er sich durch mein Portfolio, ohne dass ich je bewusst danach gesucht hätte. Manchmal bin ich selbst erstaunt, wie eindeutig meine Handschrift geworden ist. Vermutlich könnte ich meine Bilder nicht mal unter Pseudonym veröffentlichen, ohne sofort enttarnt zu werden.
Letztens am Frankfurter Flughafen. Eine Gruppe asiatischer Touristinnen fällt mir auf, ihre Gesichter so weiß wie ein Blatt Kopierpapier. Selbst für mich als chronisch hellhäutigen Menschen ein überraschender Anblick. Bei den Asiatinnen scheint es kein genetischer Zufall zu sein, sondern System mit absoluter Präzision.
Kennen Sie das? Sie sitzen in der U-Bahn, und Ihnen gegenüber sitzt eine attraktive Frau. Sie trägt Stiefel, die ihr ausgezeichnet stehen. Früher hätte man da einfach gesagt: "Tolle Stiefel!" In der heutigen woken Zeit riskieren Sie damit einen öffentlichen Shitstorm wegen "männlicher Übergriffigkeit".
Ehrlich gesagt war ich ein bisschen beleidigt, als mich neulich jemand fragte, ob ich denn überhaupt noch für den Playboy fotografieren würde. Ja, natürlich tue ich das. Nur bin ich halt nicht der Haus- und Hof-Fotograf, der in jeder Ausgabe vertreten ist. Manchmal sind es Monate, manchmal ein Jahr. So ist das eben.
Es fing harmlos an. Ich scrollte durch meinen eigenen Blog, eigentlich nur auf der Suche nach einem alten Artikel über Pornografie, als mein Blick an diesen kleinen Flaggen-Emojis hängenblieb. Diese pixeligen Fetzen, die aussehen wie die Wimpelkette eines Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsfestes.
Da steht man mit seiner High-End-Kamera an einer traumhaften Location, das Model strahlt und das Licht ist göttlich. Und am Ende des Tages fehlt wieder einmal begleitendes Video-Material. Meine Kunden fragen regelmäßig danach, und ich stehe dann da wie ein Erstklässler am Tag der vergessenen Brotdose.
Ich wurde gerade von Google gelöscht. Nicht wegen dubioser Inhalte, sondern weil eine künstliche Intelligenz behauptet hat, auf meiner Website sei eine bestimmte OnlyFans-Creatorin zu sehen. Eine Frau, die ich weder kenne noch jemals fotografiert habe. Die KI hat zwei völlig unterschiedliche Personen verwechselt und daraus einen DMCA Claim gemacht.
Die Nachricht aus der Filmbranche kam überraschend: Der neue Bob-Dylan-Film "A Complete Unknown" wurde mit ISO 12800 gedreht. Was für viele nach technischem Wagnis klingen mag, war für mich als Fotograf eine willkommene Bestätigung.
Ein Bäcker backt jeden Tag Brötchen. Ich fasse manchmal wochenlang meine Kamera nicht an. Und jedes Mal dieses nagend-schlechte Gefühl: Sollte ich nicht auch täglich produzieren, wie ein ordentlicher Handwerker? Spoiler: Nein.
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