Vielleicht kennen Sie das Lied "Sunscreen" von Baz Luhrmann. Es beginnt mit den Worten "If I could offer you only one tip for the future, sunscreen would be it." Und obwohl der Song von 1997 ist, ist er für mich aktueller denn je.
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Auf meinem Schreibtisch liegt eine neue Kamera. Eine Sony a7R V. Die Fünf, Sie haben richtig gelesen, nicht die Sechs, die seit Monaten durch die Fachpresse gereicht wird wie ein besonders gelungenes Neugeborenes. Eine bewusste Entscheidung. Ich erkläre sie Ihnen gern, schon weil ich selbst eine Weile gebraucht habe, um sie zu treffen.
Ich schaue eine Dokumentation (erst eine auf arte, dann einen Beitrag im WDR) über den männlichen Blick in den Medien. Eigentlich bin ich interessiert, denn als jemand, der täglich mit Bildsprache arbeitet und sich durchaus als Feminist versteht, sollte mich das Thema packen. Stattdessen sitze ich nach zwanzig Minuten vor dem Bildschirm und frage mich, ob ich gerade Zeuge einer intellektuellen Bruchlandung geworden bin.
Der Rechner erkennt das Laufwerk nicht. Anderer Port, anderes Kabel, anderer Rechner, dasselbe Nichts. Ich habe die Platten von Crucial hier im Blog gelobt und ausgerechnet eine davon war jetzt plötzlich tot. Einfach so. Eine X10 Pro von November 2023, also das teurere Pro-Modell.
Den Kalender kennen Sie bereits. Die Tradition verpflichtet, also schreibe ich auch diesmal ein paar Zeilen zu den einzelnen Blättern. Was dahintersteckt, wie es entstand, was ich mir dabei gedacht habe.
Auf meinen Objektiven sitzt seit ein paar Jahren ein schwacher Diffusionsfilter. Kein Vaseline-auf-der-Linse-Drama, sondern eine Nuance, gerade so viel, dass die Bilder ihre digitale Härte verlieren. Sensoren sind gnadenlos präzise, aber Präzision allein hat noch nie ein Foto schöner gemacht. Ein bisschen Unschärfe im Licht, ein bisschen Ausbluten in den Spitzlichtern, schon wirkt eine Aufnahme organischer.
Letzte Woche stand ich wieder einmal vor diesem vertrauten Dilemma. Ein neues Model, talentiert, wunderschön, aber mit einer seltsamen Verkrampfung, sobald das Wort "sexy" fiel. "Das klingt so… objektifizierend", sagte sie und verzog dabei das Gesicht, als hätte ich ihr vorgeschlagen, sich in Frischhaltefolie zu wickeln.
67 Bilder in der Vorauswahl. Das klingt nach einer überschaubaren Aufgabe. Ich nehme die besten 13, drucke sie aus, fertig. Wer so denkt, hat noch nie einen Kalender gemacht, oder zumindest keinen, bei dem es ihm wirklich etwas bedeutet.
Mittlerweile ist es ja kein Geheimnis mehr. Es gibt verschiedene KI-Werkzeuge, die konsistent (oder zumindest ansatzweise) Charaktere erzeugen können. Was so technisch klingt, ist es auch. Aber die Ergebnisse verblüffen.
Glamouröse Location, perfektes Licht, tolles Model — und ein Nacken, der sich anfühlt wie nach einer Nacht auf Betonkissen. Die Realität hinter den Bildern ist manchmal ein einziger Krampf. Wörtlich.
Seit das Vectorscope in Photoshop angekommen ist, drehe ich es hin und her und stelle mir eine unbequeme Frage: Wann brauche ich das eigentlich? Hand aufs Herz, mein Auge sagt mir ziemlich zuverlässig, ob ein Hautton schön wirkt. Subjektiv, natürlich. Aber Schönheit ist nun mal keine Koordinate.
Ich sitze über meiner Versandliste vom letzten Jahr und stelle fest, dass ich offiziell zum Sicherheitsrisiko für den europäischen Verpackungsmarkt geworden bin. Dreiundzwanzig Bestellungen, verteilt auf neun Länder. Sechs nach Belgien, fünf in die Niederlande, der Rest verstreut wie Krümel auf der Landkarte. Für jedes dieser Länder soll ich künftig einen notariell bestellten Bevollmächtigten haben, bevor ich auch nur ein einziges Paket verschicken darf.
Man ist verliebt in seine eigenen Bilder. Das ist normal, vielleicht sogar notwendig. Man kennt ja den Schaffensprozess, weiß genau, warum ein Foto so geworden ist wie es ist. Da war dieses harte Gegenlicht und nirgendwo Schatten. Oder es war kalt, wirklich kalt, und man war froh, überhaupt irgendetwas Brauchbares mit nach Hause zu nehmen. Das Bild erinnert an den Triumph über widrige Umstände. Dass es objektiv betrachtet vielleicht gar nicht so triumphierend aussieht, fällt einem selbst nicht auf.
In meiner Fotografie geht es immer um Farbe. Schwarz-Weiß war nie mein Thema, das können andere besser. Ich liebe Farben, alle. Im Studium habe ich mich so intensiv damit beschäftigt, dass ich irgendwann merkte: Ich habe keine Lieblingsfarbe. Das mag nach einer Ausrede klingen, ist aber schlicht das Ergebnis von zu vielen Stunden vor der Farbtafel.
Es begann mit einem einzigen Wort. »Me«. Dann das nächste, und noch eins, bis mein Postfach aussah, als hätte sich eine ganze Schulklasse gemeldet, ohne die Frage abzuwarten. Ich hatte einen Modelcall für ein Shooting auf Fuerteventura abgesetzt, und zurück kam ein Trommelfeuer aus zwei Buchstaben.
Letzte Woche stellte mich jemand auf einem Event als "Content Creator" vor. Ich musste kurz überlegen, ob ich beleidigt sein sollte.
Auf einer langen Autofahrt durch Österreich, vor vielen Jahren, lief im Radio ein Interview mit einer Mentaltrainerin. Ich war damals außerordentlich empfänglich für das, was sie erzählte. Es hat mich regelrecht gepackt und sofort überzeugt. Seitdem pflege ich ein Erfolgstagebuch.
Neulich landete eine bemerkenswerte Nachricht in meinem Postfach. Ein Portal namens Projectcasting.com teilte mir mit, mein Campaign Listing sei weiterhin online und warte auf meine Freigabe der Bewerber. Man habe schon mehrfach nachgefragt, wolle aber nicht lästig werden.
Campaign Listing
Fünf Pakete unterm Arm, alle im exakt gleichen Format, und die Dame an der Supermarktkasse greift trotzdem zum Zollstock. Jedes wird einzeln nachgemessen, als verberge sich im fünften womöglich ein Schmuggelgut, das die anderen vier nicht enthielten. Bei eintausendneunhundertsiebzig Gramm entfährt ihr dann der obligatorische Satz, "das passt ja gerade so", als hätte ich versucht, einen Wäschetrockner als Päckchen zu deklarieren.
Es ist kurz nach zwei Uhr nachts, das Thermometer zeigt neunundzwanzig Grad, und ich liege wach, weil ich keine Klimaanlage habe. Tropische Nächte, das klingt nach Cocktails und Mottoparty auf einem Kreuzfahrtschiff, ist in Frankfurt aber vor allem eines: eine Einladung zum Grübeln. Also plane ich, wenn ich schon nicht schlafen kann, lieber gleich den November.
Ich sitze auf dem Sofa und versuche, nicht an das nächste Shooting zu denken. Es ist ein wichtiges Projekt, also kreisen meine Gedanken natürlich genau darum. Um mich abzulenken, fange ich an zu rechnen. Ich wurde dieses Jahr 50. Jahreszahlen schwirren mir durch den Kopf. Wann genau habe ich mein Studium abgeschlossen? Ab wann habe ich seriös mit Aktfotografie angefangen? Und was heißt seriös überhaupt? Naja, so, dass ich die Bilder heute noch zeigen würde. Nicht irgendwelche flüchtigen Bekanntschaften oder Affären fotografiert, sondern ein echtes Modell, mit echtem Anspruch.
Stellen Sie sich vor, Sie sind Künstler und Ihre Werke sollen plötzlich verschwinden. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil das Modell es sich anders überlegt hat. Ein unschönes Thema, über das keiner spricht.
Ich bin über ein Interview mit Benny Urquidez gestolpert. Der Mann hat das Kickboxen erfunden — was mich völlig überrascht hat, weil ich dachte, den Sport gab es schon immer. Aber darum geht es nicht. Es geht um etwas, was er über Energie gesagt hat, und das hat mich nicht mehr losgelassen.
Vor ein paar Tagen stolpere ich über die Auktion eines meiner Sublime-Bücher, vergriffen seit zweitausendeinundzwanzig. Erst mal ein gutes Zeichen, das Buch ist offenbar gefragt genug, um Jahre später wieder aufzutauchen. Nur steht unter den Fotos ein fremder Name. Simon Boltz. So heiße offenbar ich, sobald meine Bücher bei Catawiki landen.
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