Da steht sie also. Das nächste fremde Gesicht. Sie streckt mir die Hand entgegen, während ihr Blick den Raum scannt. In genau 180 Minuten, dem Ticken meiner mentalen Stoppuhr nach zu urteilen, soll zwischen uns etwas entstehen, das man nicht kaufen kann: eine kreative Verbindung, die außergewöhnliche Bilder hervorbringt.
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Es gibt diese Momente beim Fotografieren, die mich immer wieder begeistern: Wunderschöne Natur trifft auf weibliche Schönheit, und plötzlich entsteht eine zauberhafte Verbindung. Vor allem bei meinen Shootings auf Ibiza liebe ich es, wenn die mediterranen Wildpflanzen für zusätzliche Textur im Bild sorgen. Es gibt dort so tolle, wilde Blumenwiesen! Doch manchmal verstecken sich hinter romantischen Namen wie "Wilde Möhre" auch unerwartete Eigenschaften.
Man schwört sich ja Dinge. Nie einen Selfie-Stick, nie Jogginghosen außer zum Joggen, nie diese furchtbaren Kaffee-to-go-Becher mit Motivationssprüchen. Und dann sitzt trotzdem irgendwann ein ATUMTEK-Selfie-Stick im Einkaufskorb, 150 Zentimeter Aluminium, 220 Gramm, und ich, ausgerechnet ich, der bei Selfies innerlich zusammenzuckt wie bei Fingernägeln auf der Schiefertafel.
Die Geschichte klingt fast zu absurd, um wahr zu sein: Eine Dame der feinen viktorianischen Gesellschaft soll 1866 beim Anblick eines entblößten Knöchels in Ohnmacht gefallen sein. Nun ja, vermutlich eine dieser zeitgenössischen Übertreibungen, aber sie erzählt uns etwas Faszinierendes über die Macht kultureller Tabus.
Es ist Anfang Mai, und während andere Leute gerade erst anfangen, über ihren Sommerurlaub nachzudenken, bin ich mit meinem Kalender 2027 so gut wie durch. Die trüben Monate hatten ja auch irgendeinen Sinn gebraucht.
500 Likes für das neue Bild, siebzehn Herzchen-Emojis in den Kommentaren und dann — bäm! — dieser eine Kommentar: "Finde ich nicht so gelungen." Fünf Wörter, die die Party ruinieren. Kennen Sie das? Ich jedenfalls kenne es zur Genüge.
Manchmal zündet man ein kreatives Feuer an und verbrennt sich dabei die Finger. Oder in diesem Fall: die Wimpern.
Ich habe es jahrelang falsch gemacht. Licht frontal, Kamera frontal, alles schön gleichmässig ausgeleuchtet. Das Ergebnis war einfach langweilig. Keine Schatten, keine Tiefe, kein Charakter. Irgendwann fiel der Groschen: Das Problem war nicht die Technik, sondern wo ich sie hingestellt hatte.
Irgendwo auf meiner Festplatte schlummert ein Ordner mit dem Arbeitstitel "Girls-and-Cars". Der Name ist so offensichtlich provisorisch, dass ich ihn damals bewusst gewählt habe, um mich nicht zu früh festzulegen. Das war 2020. Ich recherchierte Fahrzeuge der Siebziger, diese kantigen Charakterköpfe mit Chromstoßstangen und Persönlichkeit. Dazu die Achtziger, deren Designer offenbar beschlossen hatten, dass Ecken unterschätzt seien. Ich suchte nach Locations, nach Besitzern, die ihre Schätze nicht nur in Garagen verstecken, sondern tatsächlich bewegen.
Es ist unglaublich. Ich wollte auf Instagram nach einem Model suchen, mit dem ich ein Shooting plane. Ihr Name — und jetzt kommt's — ist tatsächlich Lolita. Mit Reisepass und allem Drum und Dran. Was dann passierte, ist so absurd, dass ich es kaum glauben konnte: Instagram blockierte meine Suche noch vor dem Absenden.
Ich halte die Augen offen. Das klingt selbstverständlicher, als es ist, denn die meisten Menschen schauen zwar, ohne wirklich zu sehen. Mode, Musik, Kunst, alles läuft an einem vorbei und irgendwann fragt man sich, ob man selbst noch Teil des Bildes ist oder schon nur noch Zuschauer. Ich versuche, beides zu sein, wobei ich bei der Kunst bewusst nur kurz hinschaue. Lang genug, um etwas mitzunehmen. Kurz genug, um nicht versehentlich fremde Ideen für eigene zu halten.
Ein Aktfotograf, der seit der ersten Staffel GNTM schaut, kaum eine Episode verpasst hat und das Programm, wenn er ehrlich ist, sogar gerne sieht. Ich verstehe, wenn Sie jetzt kurz innehalten. Ich auch.
Ich frage Thomas Berlin beiläufig, wie es mit seinem Buchprojekt läuft. So wie man eben fragt, wenn man ein halbes Jahr nichts gehört hat und höflich Interesse zeigt. Seine Antwort: Die Spedition kommt heute. Die Bücher sind da.
Manchmal vergesse ich, wie dumm Menschen sein können. Nicht im Sinne von intellektueller Unterlegenheit, sondern in der spektakulären Fähigkeit, die offensichtlichsten Zusammenhänge zu ignorieren.
Neulich stand ich im Museum of Modern Art vor einer Fotografie von Thomas Demand. Bürostühle, Schreibtische, Papiere — so spannend wie das Warten beim Einwohnermeldeamt, dachte ich zunächst. Mein Blick wanderte bereits zur Tür und zum verheißungsvollen Museumsshop dahinter, als ich eher pflichtbewusst als interessiert die Beschreibung las. Und dann traf es mich wie der sprichwörtliche Blitz.
Neulich beim Durchsehen meiner Behind-the-Scenes-Videos für Patreon fiel mir etwas auf, das mich seitdem beschäftigt. Ich habe mich zum ersten Mal wirklich selbst bei der Arbeit gesehen. Nicht nur das Ergebnis, sondern mich, wie ich fotografiere. Und ehrlich gesagt war ich ein bisschen erschrocken.
Ich arbeite am liebsten mit natürlichem Licht. Immer. Überall. Das ist meine Religion. Aber das Wetter? Das Wetter ist Atheist und schert sich einen Dreck um meinen Glauben.
Flughafen Fuerteventua. Zwischen müden Touristen und Familien mit quengelnden Kindern steht sie — frisch aus Barcelona eingeflogen, das neue Gesicht für meine Inselserie. Groß, selbstbewusst, mit diesem Blick, der sofort Kamerabereitschaft signalisiert. Nach dem obligatorischen Smalltalk auf der Fahrt kommt der für sie vermutlich langweiligste, für mich aufschlussreichste Teil unserer Zusammenarbeit: der gemeinsame Einkauf.
Es war ein befreiendes Gefühl, muss ich sagen. X und Facebook von meinem Handy gelöscht. Einfach weg damit. Diese permanenten Ablenkungen, die sich anfühlen wie ein nervöser Tick, den man sich irgendwann angewöhnt hat.
Kennen Sie dieses Gefühl noch? Als Kind aus dem Kino zu taumeln, irgendwie benommen und berauscht, mit einem Kopf voller magischer Bilder und dem untrüglichen Gefühl, gerade in einer anderen Welt gewesen zu sein? Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich Kinobesuche in meiner Kindheit regelrecht in einen Trancezustand versetzt haben. Nach dem Film brauchte ich immer etwas Zeit, um wieder in der Realität anzukommen.
Drei Jahre und sieben Monate. So lange war mein letztes Portrait von mir her. Ich habe das nicht selbst gezählt, das hat mir die Foto-Software verraten, als ich nach dem Bild suchte. Und ja, ich musste tatsächlich suchen.
Kaum aus Teneriffa zurück, klingelt es an meiner Tür. Und gleich nochmal. Der DHL-Bote gehört offensichtlich nicht zu der Sorte Mensch, die geduldig auf das Schicksal wartet. Ich auch nicht, aber ich hatte immerhin einen Mittelstreckenflug hinter mir.
Alle paar Monate gibt es diesen Moment, wenn ich meinen Art Shop neu bestücke. Ich sitze vor meinem Archiv, scrolle durch tausende Aufnahmen, und dann wird mir wieder bewusst: Ein gutes Foto ist nicht automatisch ein gutes Wandbild.
Eine faszinierende Überschrift, die mich nicht mehr loslässt, seit ich über die Beatles las. Stellen Sie sich vor: Ein einziger Tag im Studio und das komplette erste Album ist im Kasten. Pure Intuition, pures Gefühl — und ein Ergebnis, das Musikgeschichte schrieb.
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