Die Lösung ist lächerlich einfach. Eine einzige Lichtquelle, seitlich versetzt im 45-Grad-Winkel, leicht oberhalb der Augenhöhe, nach unten gerichtet. Fertig. Weil Fensterlicht genauso fällt, sieht es natürlich aus. Wir sind es gewohnt. Ich verwende dafür ein Zhiyun Molus G60, ein kompaktes LED-Dauerlicht mit stufenlos einstellbarer Farbtemperatur. Dazu eine Softbox als Lichtformer, damit die Schatten weich bleiben.
Eine kleine Lampe im Hintergrund (eine Nachttischlampe reicht völlig) verhindert, dass alles hinter der Person absäuft. Kein grosser Aufwand, aber der Unterschied zwischen "geht so" und "sieht gut aus".
Meine Interviews sind kurz. Ich drucke mir die Fragen vorher aus, lese sie dem Model vor und bin später weder im Bild noch zu hören. Damit das funktioniert, bitte ich das Model, die Frage in der Antwort aufzugreifen. Statt einfach "Zumba und True Crime" zu sagen, antwortet sie: "Meine Hobbies sind Zumba tanzen und True-Crime-Podcasts hören." So ergibt der Clip auch ohne meine Stimme Sinn.
Das Model schaut dabei zu mir, nicht in die Kamera. Ich sitze nah an der Kamera, leicht seitlich versetzt. So entsteht ein natürlicher Blickwinkel, der dem Zuschauer das Gefühl gibt, einem Gespräch beizuwohnen.
Eine Lampe, eine Kamera. Mehr braucht es nicht.
