Deshalb habe ich mir den Godox iT30 Pro gekauft. Einen Aufsteckblitz. Ich weiß, ich weiß. Klingt nach Kapitulation. Ist es vielleicht auch ein bisschen. Aber manchmal muss man eben pragmatisch sein. Und außerdem verlasse ich gerne meine Komfortzone. Mache auch mal etwas Rotziges. Bilder, die wie geknippst aussehen. Roh und echt.
Dieser Blitz ist absurd klein. Etwa ein Viertel der Größe eines normalen Blitzes und er wiegt gerade mal 120 Gramm. Man könnte meinen, das ist Spielzeug. Ist es aber nicht. Die Batterie schafft locker 400 Blitze mit einer schnellen Recycling-Zeit, so dass ich fast nie auf den Blitz warten muss. Das ist ziemlich verrückt, wenn man bedenkt, wie winzig das Teil ist.
Jetzt sitze ich hier und schwanke zwischen TTL und manuell. TTL wäre bequem, klar. Die Kamera regelt alles, ich muss nicht nachdenken. Aber ich will ja eigentlich, dass niemand merkt, dass ich überhaupt geblitzt habe. Nur eine dezente Aufhellung, ein kleiner Schubs ins Licht.
Deshalb habe ich mir auch noch die Blitzverlängerung geholt. Den Godox TR-S TTL Hot Shoe Riser Extender (ein Name, als hätte ein Ingenieur ihn nach Feierabend erfunden, leicht betrunken). Damit kann ich den Blitz an die Decke schwenken. Das Licht wird weicher, indirekter, unsichtbarer. So wie ich es mag. Für 19 Euro.
Aber natürlich gibt es einen Haken. Es gibt immer einen Haken. Das funktioniert nur im Querformat. Im Hochformat? Fehlanzeige. Der Blitz lässt sich nicht drehen. Das ist, als hätte man ein Auto gekauft, das nur nach links abbiegen kann. Ärgerlich. Und ehrlich gesagt: Die drei Zentimeter Verlängerung braucht man eigentlich nur, wenn man dicke oder lange Objektive verwendet, die sonst einen Schatten werfen würden. Ich hätte mir den Kauf sparen können. Aber man lernt ja nie aus.
Trotzdem bin ich zufrieden. Weil das komplette Setup keine 110 Euro kostet. Für einen Blitz, den ich im Notfall dabei habe, ist das lächerlich wenig. Ich schlafe jetzt besser, weil ich weiß: Wenn das Wetter nicht mitspielt, wenn die Location dunkler ist als gedacht, wenn die Sonne beschließt, sich hinter Wolken zu verstecken und dort eine kleine Party zu feiern – dann habe ich einen Plan B. Einen sehr kleinen, sehr leichten Plan B.
Ist der Blitz perfekt? Nein. Aber er ist da. Und manchmal ist das genug.
Für alle, die wie ich in ein paar Monaten schon wieder vergessen haben, wie TTL-Blitzen mit Aufsteckblitz geht, habe ich übrigens ein Cheat Sheet zum Herunterladen zusammengestellt:
Und da die Bedienungsanleitung so winzig gedruckt daherkommt, dass ich sie nicht mal mit Brille lesen kann, hier der Verweis zum PDF-Manual:
