Natürlich schmeichelt es mir irgendwo, wenn mein eigenes Werk als 'wertvoll' eingestuft wird. Aber mal ehrlich: Kunst sollte doch berühren, nicht spekulieren.
Sie sollte Türen öffnen anstatt elitär zu sein. Wobei, vielleicht sollte ich die Situation positiv sehen: Offenbar schaffen meine Bilder etwas, das Menschen als zeitlos wertvoll empfinden. Nur anders, als ich es mir vorgestellt hatte.
Du bist jetzt ein Investment.
Das sagt mir ein Freund und grinst. Dabei wollte ich doch nur Kunst machen, die sich Menschen leisten, die sie wirklich lieben. Und nicht solche, die auf steigende Kurse setzen.
Apropos Kunst und Kurse: Wissen Sie, was das Ironischste ist? Fast alle meine Bücher sind signiert. Die unterschriebenen Exemplare erzielen bei Auktionen stets höhere Preise, dabei sind die unsignierten in echt viel seltener.
Dass ich überhaupt limitierte Auflagen mache, hat übrigens weniger mit Kunstmarktstrategie zu tun als mit simpler Logistik. Mein Lager kostet Miete. Und wenn ich zu viele Bücher in meine Wohnung packe, krieg ich Ärger mit der Statik.
Vielleicht ist es wie mit allem im Leben: Das wirklich Wertvolle ist begrenzt. Zeit. Liebe. Aufmerksamkeit.