Es dauerte sechs Jahre, bis ich meinen Stil gefunden hatte. Das war eine lange Zeit. Ich hatte damals mein eigenes Fotostudio und probierte alle möglichen Dinge aus. Ich habe so viele peinliche Fotos gemacht, dass ich sie Ihnen gar nicht zeigen kann.
Auf meiner Festplatte habe ich kaum noch Bilder aus dieser Zeit. Ok ok, hier sind einige der alten Fotos aus meinen Anfangstagen, damit Sie wissen, wovon ich spreche.
Und so dauerte es sechs Jahre, bis ich wusste, wohin meine Reise ging. Ich glaube, jeder sollte sich diese Zeit nehmen. Das sind keine verlorenen Jahre, sondern eine Auseinandersetzung mit dem kreativen Prozess, die einfach notwendig ist, um zur Reife zu gelangen.
Man lernt sowieso nie aus. Ich bin heute besser als vor fünf Jahren. Und in 10 Jahren werde ich vielleicht über meine Bilder von heute schmunzeln.
Wichtig ist, dass man immer mit Leidenschaft arbeitet. Und es ist auch gut, in seine eigenen Werke verliebt zu sein. Begeisterung treibt einen an.
Mit Ablehnung umgehen
Damals bewarb ich mich beim deutschen GQ-Magazin mit einer Fotoserie, die nichts anderes zeigte als schwarz lackierte Bürogegenstände und ein Model in Unterwäsche. Ich erhielt sehr schnell eine höfliche Absage und bin dafür dankbar. Es war ein klares Signal, dass ich nicht dort war, wo man sein muss, um veröffentlicht zu werden. Und für mich ein Anreiz, die Dinge anders zu machen.
Fake it 'til you make it!
Natürlich sollte man sich auch nicht zu klein machen. Unsere Branche wimmelt von Großmäulern und Angebern. Ich gehöre nicht dazu. Für allzu bescheidene Menschen ist es auch schwierig. Ich empfehle ihnen, ein wenig zu schauspielern, sich ein bisschen größer zu präsentieren. Das ist alles in Ordnung, wenn man später liefern kann.