Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich schätze und respektiere den Wunsch meiner Models nach Privatsphäre. Der Künstlername ist ihr Schutzschild, ihre professionelle Identität, die Grenze zwischen der Person vor und hinter der Kamera. Und natürlich halte ich mich strikt daran. Nur manchmal, ja manchmal, wünschte ich mir ein bisschen mehr Kreativität bei der Namenswahl.
Da gibt es "Vi Bla Bla" (ich übertreibe nicht), "Anastaciiia" (ja, mit drei i) oder "Kkkkkkaterina" (vermutlich war Katerina schon vergeben). Meist sind es adaptierte Instagram-Handles, entstanden aus der Not heraus, weil der Wunschname bereits besetzt war. Und dann fügt man eben noch ein paar Buchstaben hinzu, bis der Username verfügbar ist.
Während des Shootings verwende ich konsequent den Künstlernamen. "Effy" ist für mich "Effy", auch wenn sie eigentlich ganz anders heißt. Das ist keine Marotte, es ist pure Selbsterhaltung. Denn in Interviews oder Bildunterschriften darf mir bloß niemals der echte Name herausrutschen.
Kürzlich fragte mich jemand, warum ich nicht einfach die Namen der Models auf meine Kalenderblätter drucke. Würde ich gerne! Aber diese sonderbaren Künstlernamen sehen doch aus, als hätte ich beim Korrekturlesen geschlafen.
Daher mein bescheidener Appell: Liebe Models, wählt einen Namen, der zu euch passt! Einen, den man sich merken kann (auch Leute wie ich, die mit Namen auf Kriegsfuß stehen). Einen, der Charakter hat, der eine Geschichte erzählt.
Ihr müsst ja nicht gleich zu "Clarice_das_anmutige_Rentier" greifen — aber vielleicht etwas Eleganteres als "xxx_Kate_xxx"?
In der Zwischenzeit führe ich eine kleine Liste mit kreativen Namensvorschlägen. Nur für den Fall, dass mich mal wieder jemand ratlos anschaut und fragt: "Wie soll ich mich denn nennen?" Nur die Namen auf dieser Liste, nun ja, die bleiben vorerst mein kleines Geheimnis. Aber wer mich fragt, dem verrate ich sie gerne.