Bye-bye, Bordmenü

Bye-bye, Bordmenü

Neulich im Flieger nach Fuerteventura. Die Stewardess schiebt ihren Trolley durch den Gang und präsentiert mir die Bordmenükarte. "Taste the World" steht da in eleganter Schrift, darunter ein Foto von einem knusprigen Wiener Schnitzel auf schwarzem Keramikteller, garniert mit Gemüse und Kartoffelspalten. Das Besteck glänzt edel im Fotolicht. Fast hätte ich vergessen, dass ich mich in einem Flugzeug befinde. Fast.

Lesezeit: 2 Min.

Aber ich bin ja nicht zum ersten Mal in der Luft. In diesen winzigen Bordküchen kann unmöglich ein Schnitzel so knusprig gebraten werden, dass die Panade blättrig aufspringt. Wahrscheinlich sitzt da nur ein kleiner Kobold, der Fertiggerichte in der Mikrowelle warm macht.

Zum Glück bin ich vorbereitet. Während meine Sitznachbarn tapfer ihre Aluschälchen aufreißen, hole ich genüsslich meinen Zip-Beutel mit geschnittenen Äpfeln hervor. Zugegeben, das klingt jetzt nicht nach einem kulinarischen Highlight, ist aber durchaus durchdacht: Äpfel sind nicht nur gesund, sie sind auch der perfekte Snack für unterwegs.

Sie liefern Flüssigkeit (ohne dass man ständig zur Toilette muss), Vitamine und einen kleinen Energiekick. Dazu ein selbst belegtes Vollkornbrot und schon spare ich nicht nur Geld, sondern tue auch noch was für meine Gesundheit.

Mein mitgebrachtes Pausenbrot
Äpfel im ZIP-Beutel

Das Einzige, was man bei der Mitnahme von eigenem Essen beachten muss, ist natürlich die Sicherheitskontrolle. Dabei hatte ich neulich eine amüsante Begegnung: Mit selbstgebackenen Muffins im Handgepäck stand ich etwas nervös am Scanner.

Der Security-Mitarbeiter musterte die Box auf seinem Bildschirm mit hochgezogenen Augenbrauen und meinte trocken: "Die muss ich leider einbehalten." Als er mein erschrockenes Gesicht sah, huschte ein feines Lächeln über seine Lippen: Verarscht! Die Muffins sahen wohl zu einladend aus.

Was viele nicht wissen: Man darf erstaunlich viel Essen mit durch die Sicherheitskontrolle nehmen. Allerdings sollte man bei der Auswahl etwas Rücksicht auf seine Mitreisenden nehmen.

Hartgekochte Eier zum Beispiel, theoretisch der perfekte Protein-Snack für unterwegs, können durch ihren markanten Duft schnell zum Streitfall in der Kabine werden. Gleiches gilt übrigens für Thunfischbrote, wie ich aus schmerzlicher Erfahrung berichten kann.

Mein Tipp: Planen Sie Ihre Reiseverpflegung genauso sorgfältig wie Ihre Reiseroute.

Ein kleiner Snack-Beutel mit geschnittenem Obst, ein paar Nüssen und einem ordentlichen Sandwich macht nicht nur satt, sondern spart auch bares Geld.

Und vor allem gibt es keine ekligen Überraschungen.

Manchmal ist es eben die simple Planung, die den Unterschied macht — auch wenn uns das die Airline-Marketing­abteilungen mit ihren glamourösen Bildern von Bordmenüs nicht glauben lassen wollen.

Ach ja, und habe ich schon erwähnt, dass man diese kulinarischen Hochgenüsse auf Reisehöhe sogar vorbestellen soll? Als ob sich der kleine Kobold in der Bordküche dadurch in einen Sternekoch verwandeln würde.

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