Mein Erfolgstagebuch

Mein Erfolgstagebuch

Auf einer langen Autofahrt durch Österreich, vor vielen Jahren, lief im Radio ein Interview mit einer Mentaltrainerin. Ich war damals außerordentlich empfänglich für das, was sie erzählte. Es hat mich regelrecht gepackt und sofort überzeugt. Seitdem pflege ich ein Erfolgstagebuch.

Lesezeit: 3 Min.

Täglich schreibe ich nicht hinein, nicht einmal wöchentlich. Aber jeden Meilenstein, jede Etappe, alles, was mich besonders gefreut hat, halte ich fest. Inzwischen geschieht das ganz automatisch, beinahe nebenbei.

Das Prinzip dahinter ist simpel. Unser Gehirn speichert Negatives und Fehler von Natur aus zuverlässiger ab als das Gelungene (der sogenannte Negativity Bias). Ein Erfolgstagebuch dreht den Spieß um. Es schult die Wahrnehmung für das, was gut läuft, und an grauen Tagen liegt der schriftliche Beweis bereit, was ich aus eigener Kraft schon zustande gebracht habe.

Vielleicht klingt das eine Spur zu erbaulich, und ehrlich gesagt führe ich das Buch eher aus Gewohnheit. Aber gestern war so ein Tag, an dem ich es einfach mal aufgeschlagen habe. Zu meinem Erstaunen reicht es zurück bis 2006, ganz an meine Anfänge. Es enthält Meilensteine, an die ich mich selbst kaum noch erinnert hatte.

Endorphinated mit Christiane
Endorphinated mit Christiane

Es ist auch eine Art Zeitzeuge und zeigt, wie sich in zwei Dekaden gesellschaftlich einiges getan hat. Ein paar Beispiele:

2011 hatte ich an einem einzigen Tag über neunzehntausend Besucher auf meiner Website. Das sind Zahlen, von denen ich heute nur träumen kann, sie fühlen sich geradezu astronomisch an. Viele Menschen, Sie als Leser dieses Artikels gehören zum Glück nicht dazu, sind heute ausschließlich in den Apps unterwegs und rufen kaum noch eine Website auf.

Frisky
Frisky

Gern denke ich an meine Bewerbungsstrecke beim Playboy zurück, mit der ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Der Titel "Endorphinated" trifft es bis heute, und Christiane ist nach wie vor ein großartiges Modell.

Ein zehn Seiten starkes Interview im TRIP-Magazin. Ein Auftrag eines Großkonzerns, der geheim bleiben musste, weil der Begriff des Influencers noch gar nicht geboren war.

Eines meiner TRIP Cover
Eines meiner TRIP Cover
2013 war ich am Kiosk zeitgleich in drei Magazinen vertreten: Playboy, TRIP und Men's Health, in allen drei Heften Arbeiten von mir. Aus heutiger Sicht klingt das vollkommen surreal.
Hinter den Kulissen für Playboy, 2020
Hinter den Kulissen für Playboy, 2020

Dann die Buchveröffentlichungen. Diese Daten sitzen so fest wie Fußballweltmeisterschaften. Sie können mich nachts wecken, und ich sage sofort: Frisky 2014, Sublime 2018, Mellow 2024. Das ist gesetzt.

Interview von RTL
Interview von RTL

Dass aber das von mir hochgeschätzte Magazin LUI einmal ein Interview mit mir geführt hat, hatte ich glatt vergessen.

Interview LUI
Interview LUI

2021, mitten in der Pandemie, war mein Kalender binnen vier Tagen ausverkauft. Auch ein Rekord, und völlig irre.

Dazu jede Menge Presseauftritte und Fernsehbeiträge, von RTL bis zum Hessischen Rundfunk. Für einen kamerascheuen Typen wie mich keine Selbst­verständ­lichkeit.

50 Jahre Playboy
50 Jahre Playboy

Das Cover der Jubiläumsausgabe zu fünfzig Jahren Playboy bleibt ein besonderer Höhepunkt, auch wegen der Feierlichkeit in München und weil ich damals nach so vielen Jahren endlich die geschätzte Playboy-Fotografin Ana Dias persönlich getroffen habe.

Und noch heute schickt mir Google brav seine E-Mails mit kleinen Pokalen (ein bisschen albern, zugegeben), dass über fünftausend Leute in einem Monat nach mir gesucht haben. Inzwischen größtenteils vom Smartphone aus.

Was ich also empfehlen kann? Führen Sie ein Erfolgstagebuch. Nach zwanzig Jahren liest es sich einfach schön und hebt die Laune. Vor allem an den Tagen, an denen man gerade nicht so gut drauf ist.

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