Sonnenaufgang mit Melissa

Sonnenaufgang mit Melissa

Fünf Uhr fünfzehn. Der Wecker meldet sich in einem schicken AirBnB in Alicante, und für einen kurzen, unwürdigen Moment frage ich mich, wofür ich das eigentlich mache. Dann fällt es mir wieder ein: Touristen. Genauer gesagt, deren Abwesenheit.

Lesezeit: 3 Min.

Alicante hat über 320 Sonnentage im Jahr, und an etwa genauso vielen davon liegen ab neun Uhr morgens Menschen am Strand, die in meiner Playboy-Strecke definitiv nichts zu suchen haben. Also raus aus den Federn, bevor die Stadt erwacht. Während Melissa Haare und Make-up macht, bereite ich das Frühstück vor: griechischer Naturjoghurt, Walnüsse, Himbeeren, Blaubeeren. Sie ist gelernte Friseurin und versteht ihr Handwerk, das spart uns gut Zeit.

Den Opener hatte ich vom Schreibtisch in Frankfurt aus geplant. Eine Doppelseite, die erzählt, wo die Geschichte spielt, und auf der linken Seite genug Platz für Typo lässt. Ich bin Google Street View virtuell abgelatscht, habe Spots markiert, den Sonnenstand abgeglichen, allerlei Reiseblogs gelesen. Von außen wirkt das vielleicht pedantisch, fast schon ein bisschen pingelig, ist aber der einzige Grund, warum ich mir vor Ort den Luxus leisten kann, entspannt zu sein. Wer am Set erst mit der Planung beginnen muss, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Playmate Melissa Sartor und ich am Strand
Playmate Melissa Sartor und ich am Strand

Melissa ist eine echte Playmate. Mit echt meine ich: Sie hat sich vor meiner Kamera zum ersten Mal überhaupt für den Playboy ausgezogen. Klassisches Girl Next Door, eine Ausstrahlung, die man nicht antrainieren kann, weil sie aus echter Lebensfreude kommt. Dazu ein bezauberndes Lächeln, und als aufmerksamer Blog-Leser wissen Sie, dass ich an die Kraft des Lächelns glaube. Sie hat mir vertraut, sie hatte richtig Bock, und das ist die einzige Währung, die in meinem Beruf zählt. Doppelte Energie auf beiden Seiten der Kamera, der Rest macht sich dann fast von allein.

Apropos Juli-Ausgabe. Meinen ersten eigenen Playboy habe ich im Sommer 1991 gekauft, mit fünfzehn, vermutlich mit hochrotem Kopf und in der heroischen Annahme, der Kioskbesitzer würde nichts merken. Es war die Juli-Ausgabe. Fünfunddreißig Jahre später fotografiere ich wieder eine Juli-Ausgabe. Vor zehn Jahren übrigens auch schon, da war ich also auf halber Strecke. Ich hätte dem fünfzehnjährigen Simon damals einiges erzählen können, aber er hätte mir vermutlich nicht geglaubt. Ehrlich gesagt glaube ich es mir manchmal selbst noch nicht.

Der Wetterbericht hatte mich vorab tagelang nervös gemacht. Regen, kühler als in Deutschland, Tiefdruckgebiet im Anmarsch, das volle Programm. Ich saß in Frankfurt, starrte auf die Wetter-App und kalkulierte schon einen Plan B, der vorsah, das Shooting komplett indoor zu retten. Vor Ort dann: blauer Himmel, Sonne, Strand, Mittelmeer. Morgens war es zwar etwas frisch, was eine kalte Brise auf nackter Haut hinterlässt, ist aber bekannt: steife Nippel. In meinem Beruf ist das eine kostenlose Bildverbesserung, und ich gestehe, dass ich diesem Umstand morgens um sieben heimlich danke.

Die Bilder sind so geworden, wie ich sie mir vor meinem inneren Auge vorher visualisiert hatte. Das Styling hat funktioniert, das Licht hat mitgespielt, Melissa war fantastisch, und ich habe Alicante schon jetzt auf meine interne Liste gesetzt. Da fahre ich wieder hin.

Vielen Dank an Playboy für diesen wundervollen Auftrag. Es macht mich zufrieden und auch ein bisschen stolz, diese sommerliche Juli-Strecke so kurzfristig produziert zu haben. Die Ausgabe ist ab sofort am Kiosk erhältlich oder hier online bestellbar. Mehr Motive gibt es wie immer auch online auf playboy.de im Bezahlbereich.

Playboy Deutschland Juli 2026
Playboy Deutschland Juli 2026

Der Wecker um Viertel nach fünf hat sich also gelohnt. Wie eigentlich immer, wenn am Ende ein Heft daraus wird, das irgendwo ein Fünfzehnjähriger heimlich am Kiosk kauft.

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