Aus heutiger Sicht ist es fast ein bisschen amüsant, dass die amerikanische Burgerkette Carls Jr es wagte, von 2004 bis 2015 mit übertrieben sexuell gestalteter Werbung Burger zu verkaufen. Ja, man sagt, Sex sells, aber wenn das Produkt so wenig Erotik hat und das Gegenteil eines sexy Körpers produziert, kann man sich zumindest fragen, ob dieser Slogan wirklich stimmt. Ich will niemanden beschuldigen, ich beobachte nur und denke laut nach. Ich würde sagen, der Slogan sollte eher lauten "Sex erzeugt Aufmerksamkeit" als "Sex sells".
Gesellschaftlich sind wir schon ein Stück weiter. Zum Glück wird die Darstellung von Frauen als Objekte in der Werbung in Deutschland immer seltener. Manchmal wird es meiner Meinung nach übertrieben, z.B. als der Londoner Bürgermeister vor einigen Jahren eine Werbung für Bademode verbot. Auch in Deutschland gibt es viele Beispiele, wo es zu weit getrieben wurde.
In meiner eigenen Arbeit mache ich mir Gedanken über die Objektivierung von Frauen und wie man sie vermeiden kann. Ich finde es wichtig, Erotik und eine starke weibliche Persönlichkeit zu zeigen, ohne dass dies von Männern gefordert wird, um eine selbstbestimmte und moderne Darstellung zu erreichen. Denn Sexyness und Gleichberechtigung können zusammengehören.
Trotzdem musste ich über diese Werbespots schmunzeln. Und ich hoffe, das ist in Ordnung. Der zweite ist wirklich absurd. Und ich frage mich, ob diese Werbespots einfach nur hochgradig ironisch waren. Und wenn ja, haben die Rezipienten das verstanden?
Zumindest weiß ich mit Sicherheit, dass die in der Werbung gezeigten Frauen anders aussehen als die Frauen, die das eigentliche Produkt kaufen. Das könnte einige Leute enttäuschen.
P.S. Mir wurde gesagt, dass diese Burgerkette nur Fiktion ist. Bizarr, nicht wahr?
Impressum
Video: Carls Jr