Trotzdem sind meine Bilder kein Regenbogen. Das Spektrum, das ich tatsächlich nutze, ist deutlich enger, als man bei so viel Farbliebe vermuten würde. Als ich mich in den letzten Monaten wieder intensiv mit Color Grading beschäftigt habe, habe ich um die fünfzig Bildstrecken von mir durchforstet und analysiert. Aufnahmen bei Bewölkung, bei klarem Himmel und Sonnenschein, in der Mittagssonne, im Abendlicht. Innenräume, mit Blitz, ohne Blitz, mit flachem Licht. Situationen, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Und trotzdem: Das Farbspektrum bleibt sich erstaunlich ähnlich. Es dominieren Rot- und Gelbtöne, das Orange, das erdige Braun. Dazu Grün von Pflanzen, Blau von Himmel oder Wasser. Und jede Menge von dem, was wir Grau nennen würden, obwohl es rein technisch nur Abstufungen der bereits genannten Farben sind.
Diese Farben wirken jedes Mal anders, je nachdem wo ich fotografiert habe, zu welcher Zeit, bei welchem Wetter. Farben transportieren Gefühle. Sie wecken Emotionen, schaffen Erinnerungen. Oft geht es mir darum, etwas cineastisch wirken zu lassen, und das kommt nicht von ungefähr. Das Kino war früher der einzige Ort, an dem sich jemand wirklich Mühe gegeben hat, uns mit Farben zu begeistern, während wir dank der schieren Größe der Leinwand ohnehin schon überwältigt waren. Mich hat das geprägt, mehr als mir lange bewusst war.
Vielleicht habe ich deshalb 2019 angefangen nachzuschauen, wie im großen Film Color Grading eigentlich funktioniert, und bin dabei auf LUTs gestoßen. Seither ist es ein offenes Geheimnis, dass ich meinen Bildstrecken damit den letzten Schliff gebe.
Der Grund ist simpel. Händisches Drehen an Reglern führt nach vielen Stunden meistens zu einem ähnlichen Ergebnis. Wenn ich mich dabei vom Bauchgefühl treiben lasse, mich zurücklehne und mir denke, in den Hauttönen noch etwas mehr Wärme, oder die Schatten vertragen ein bisschen Türkis für den Komplementärkontrast, dann sind das Entscheidungen, die sich abkürzen lassen. Mit LUTs eben.
2019 hatte ich fünf davon erstellt. Irgendwann fiel mir auf, dass ich einen davon, "SB Coffee", selbst gar nicht mehr benutze. Stattdessen hatte ich angefangen, mich intensiv mit dem Kino der Siebziger, Achtziger und Neunziger zu beschäftigen. Immer wenn in einer Mediathek ein Film lief, dessen Farben mich beeindruckt haben, habe ich Screenshots gemacht und sie seziert. In welche Richtung wurde das Grün der Laubbäume gedreht? Wie satt sind die Hauttöne? Was passiert in den Schatten?
Mir ist dabei aufgefallen, dass ich in Sachen Farbe ein bisschen nerdig bin. Kaum ein Fotograf, den ich treffe, beschäftigt sich so intensiv damit, was eigentlich schade ist. Also dachte ich mir, ich behalte mein Geheimnis nicht länger für mich.
Zwölf LUTs sind daraus geworden, verpackt in vier Pakete, damit man sie auch für einen schlanken Euro kaufen kann. 19,90 Euro für drei LUTs, eingeteilt nach Themen. Man kann eines nehmen oder alle vier.
Der Vorteil beim Arbeiten mit LUTs: Ein Look ist in Sekunden vergeben. Wer zusätzlich filmt, bekommt für die Videos denselben Look wie für die Fotos, ganz ohne Profile, ganz normal aufgenommene Bilder und Videos.
Schauen Sie gerne rein, in mein Update von 2026 mit den neuen SB LUTs, in den Looks Cine Classics, Commercial, Alternative und Signature.
